Der Rausschmiß

© Copyright Marc Ziesmer. Alle Rechte vorbehalten.


Am Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde, so wie er es wollte. Er erschuf das Licht und die Dunkelheit, die Sonne, den Mond und die Sterne. Er kreierte das Meer und das Land samt allen Tieren und Pflanzen. Gott sah, daß er noch niemanden hatte, der die Erde bebaute. Also schuf er den Menschen und brachte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte.

  

Das verlorene Vertrauen

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Am Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde so wie er es für gut hielt. Er erschuf das Licht und die Dunkelheit, die Sonne den Mond und die Sterne. Er kreierte das Meer und das Land samt allen Tieren und Pflanzen. Zum Schluß erschuf er den ersten Menschen und nannte ihn Adam.
Gott sah, daß alles gut war, so wie er es erschaffen hatte. Alles hatte seinen Sinn und Platz.

Gott brachte den Menschen in den Garten Eden. Er wollte seine Schöpfung mit ihm teilen. Der Mensch sollte an Gottes Schöpfung mitwirken, indem er sie bebaute und bewahrte. So durfte der Mensch allen Tieren einen Namen geben. So wie er sie benannte, so hießen sie dann auch.

Mit sanfter Stimme sprach Gott zum Menschen: "Von jedem Baum des Gartens dürft ihr essen. Von jedem außer.." fügte er mit einer Donnerstimme hinzu, die die ganze Erde erbeben ließ, "..von einem Baum. Einen Baum werde ICH MIR aussuchen, von dem ihr nicht Essen dürft, denn ICH bin euer Herr und euer Gott und was ihr zu tun und zu lassen habt bestimme ICH. Den Baum, den ICH bestimme, daß ihr seine Früchte nicht einmal berühren dürft ist der Baum, der in der Mitte des Gartens steht. Solltet ihr euch MEINEN Willen widersetzen und MEIN Gebot brechen, so werde ICH euch fürchterlich bestrafen."

   Gott sah, daß es für den Menschen im Garten Eden eine Gefahr gab. Deshalb sprach er zu ihm: "Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, außer von einem. Vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, welcher in der Mitte des Gartens steht sollst du nicht essen, denn seine Früchte werden dir nicht bekommen und du wirst darauf den Tod sterben müssen."

Nach dieser Ansprache machten die Menschen erst einmal einen großen Bogen um den Baum, der in der Mitte des Gartens steht.

   Adam fragte Gott nicht, was den Gut und was denn Böse ist. Er fragte Gott nicht, warum ihm die Früchte nicht bekommen würden, Er fragte Gott nicht was der Tod ist, und er fragte Gott auch nicht, warum es den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse denn überhaupt gibt.
Es interessierte ihn nicht.
Gott wollte nicht, daß der Mensch alleine ist und erschuf ihm deshalb eine Frau. Auch ihr wurde erzählt, daß sie nicht vom Baum der Erkenntnis essen dürfte, da sie sonst den Tod sterben müßte. Da sie die Neue war nahm sie die Wahrnung erst einmal an und hinterfragte sie nicht.

Gott machte sich keine Sorgen um den Menschen, denn er hatte sie ja vor der einzigen Gefahr gewahrnt. Er vertraute den Menschen und überlies ihnen die Verantwortung über den Garten Eden.

Eines Tages traf die Frau die Schlange. Die Schlange fragte: "Gott hat euch verboten vom Baum der Erkenntnis zu essen nicht wahr?"
"Vom Baum der Erkenntnis?" erwiderte die Frau etwas verwirrt.
"Ja, vom Baum der Erkenntnis!" erklärte die Schlange, "Jeder, der vom Baum, der in der Mitte des Gartens steht, ißt wird genauso wie Gott erkennen was Gut und Böse ist."
"Und warum dürfen wir nicht wissen, was Gut und Böse ist?" fragte Eva. "Warum will Gott uns furchtbar bestrafen, wenn wir von den Früchten des Baumes der Erkenntnis essen? Warum hat Gott soviel Angst davor, daß wir so werden wie er?"
"Nun ja," meinte die Schlange, "es gibt für dich nur einen Weg dies herauszufinden."

   Doch Satan war neidisch.
Da er gegen Gott selber nicht ankommt versucht er ihn da zu treffen, wo es ihm am meisten weh tut. Satan weiß, wie viel der Mensch Gott bedeutet, wie sehr dieser ihn liebt und vertraut. Er wußte auch, daß der Mensch Gott noch nicht hinterfragte und an dessen Worte nicht zweifelte. Er wußte aber auch, daß Gott dem Menschen nie bewiesen hatte, daß er vertrauenswürdig sei. Deshalb beschloß Satan Mißtrauen zu säen und somit einen Keil zwischen den Menschen und Gott zu schlagen.

Der Feind, Satan, erschien der Frau als Schlange und fragte sie einfach: "Hat Gott wirklich gesagt, daß ihr von allen Bäumen des Gartens nicht essen dürft?"
"Nein!" erwiderte die Frau. "Wir essen doch die Früchte von den Bäumen des Gartens. Aber Gott hat uns davor gewarnt die Früchte vom Baum, der in der Mitte des Gartens steht zu essen oder sie zu berühren, denn sonst würden wir sterben."
"Sterben?" entfuhr es dem Feind. "Ihr würdet sonst sterben? Was für ein Unsinn!"
"Wieso Unsinn?" fragte die Frau nach.
"Na! Ihr werdet doch nicht sterben, wenn ihr die Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht berührt oder eßt!" erzählte der Feind. "Wenn ihr die Früchte des Baumes der Erkenntnis eßt werdet ihr sogar so sein wie Gott selbst und erkennen was Gut und was Böse ist. Und weil Gott dies nicht will hat er euch angelogen!"

Die Frau dachte lange über Gottes Drohung und über das was die Schlange gesagt hat nach.

Eines Tages kam sie am Baum der Erkenntnis vorbei. Sie sah, wie lecker dessen Früchte waren und erkannte, daß die Schlange Recht hatte und daß es nur einen Weg gab um herauszufinden, warum Gott solche Angst hat, daß die Menschen genauso wie Gott wüßten, was Gut und Böse ist.

   Das Reden der Schlange hatte die Frau sehr verwirrt. Warum sollten die denn sterben, wenn sie erkennen was Gut und Böse ist? Warum durften sie nicht so sein wie Gott? Hatte Gott sie wirklich belogen? Hatte er wirklich etwas dagegen, daß sie so würden wie er? Oder hatte die Schlange gelogen? Doch warum sollte sie?
Diese Fragen ließen der Frau keine Ruhe mehr und sie stellte sie sich auch, als sie vor dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse stand. Sie erkannte wie lecker die Früchte des Baumes aussahen, und sie wollte endlich wissen was Gut und Böse ist. Sie hätte natürlich Gott fragen können, doch wenn dieser sie wirklich belogen hätte würde er sie doch weiter belügen. Die Frau kam zu der Überzeugung, daß sie letztendlich niemanden vertrauen, sondern sich nur auf sich selber verlassen konnte.

Die Frau nahm 2 Früchte und ging zu ihrem Mann. Aus sicherer Entfernung beobachtete Gott das ganze Geschehen. Er konnte alles sehen, ohne jedoch gesehen zu werden.
Die Frau gab ihrem Mann eine der 2 Früchte und beide bißen ab. Laut donnerte ein "HA!", das Gott so rausgerutscht war durch den Garten. Die Menschen erschraken und liefen fort um sich zu verstecken.

   Also nahm sie 2 von den erkenntnisbringenden Früchten. Eine Frucht gab sie ihren Mann. Dieser fragte gar nicht, was sie ihm da zu essen gegeben hatte, sondern biß wie sie einfach in die Frucht.
Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan. Doch mit der neuen Erkenntnis konnten sie nichts anfangen. Sie waren verwirrt und hatten großes Mißtrauen. Sie fühlten sich ungenügend und fehlerhaft und wollten sich vor einander verbergen. Sie grenzten sich voneinander ab.

Gott tat so als ob er nicht mitgekriegt hätte, daß die Menschen seine Regel mißachtet hatten. Er rief nach dem Mann, als ob er nicht wüßte, wohin dieser vor ihm geflohen war. Die Menschen litten unter der Angst davor, daß Gott seine Drohung wahr machen und sie furchtbar bestrafen würde, während dieser den Ahnungslosen mimte und so tat als wäre er nur rein zufällig in der Gegend gewesen und wollte nur mal so gucken, wie es den Menschen ging.

   Als sie Gottes Stimme hörten versuchten sie sich vor ihm zu verstecken. Doch Gott suchte sie und rief nach ihnen.

Adam erkannte, daß man sich vor Gott nicht verstecken kann und gab sich zu erkennen.

   Adam gab sich Gott zu erkennen und erzählte seinem Schöpfer, daß er ihn gehört hatte und weil er wie ein offenes Buch vor Gott wäre hätte er versucht sich zu verstecken.

Sofort stellte Gott sie zur Rede. Der Mann beichtete, daß er die Frucht gegessen hatte, die ihm seine Frau gegeben hatte, und daß diese wohl die von Gott verbotene Frucht gewesen sein mußte. Die Frau erklärte, daß sie von der Schlange verführt worden ist.

   Gott erkannte was los war. Er fragte Adam woher er wußte, daß Gott alles an und in ihm sehen könnte. Er fragte ihn ob er von der Frucht gegessen hat, vor die er ihn gewarnt hatte. Adam erklärte Gott, daß ihm seine Frau eine Frucht zum essen gegeben hat, und daß diese Frucht wohl die vom Baum der Erkenntnis gewesen sein müßte. Gott fragte die Frau, warum sie dies getan hat. Die Frau erklärte Gott: "Die Schlange hat behauptet, daß du uns angelogen hast. Sie meinte, daß wir nicht sterben müßten, sondern so werden würden wie du."

Daraufhin verfluchte Gott sie alle.

   Gott sah das große Mißtrauen der Menschen, er sah die Angst. Er sah, wie sich der Mensch vor allem verkriechen wollte und unter was für Höllen Qualen er litt.

Gott wollte den Menschen aus der Hölle befreien, doch der Mensch hatte, obwohl Gott ihm vertraute und die Verantwortung für den gesamten Garten gegeben hatte, dessen Vertrauen mißbraucht und sich selber Leid zugefügt. Der Mensch wußte nun was Gut und Böse ist, doch konnte er damit nicht umgehen. Nun mußte Gott beweisen, daß er vertrauenswürdig ist. Da der Mensch sein Vertrauen im Garten Eden verloren hatte wurde es notwendig, daß er ihn verläßt und in die Welt ging, die von Satan beherrscht wurde. Nur hier, zwischen all den Lügen und des Mißtrauens, hier wo der Feind Gut und Böse verdreht, könnte Gott das Vertrauen des Menschen wieder gewinnen.

Zur Schlange sprach er: "Du sollst verflucht sein unter allem Vieh und unter allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens. Und ICH werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihren Samen, er wird dir den Kopf zermalmen und du wirst ihn die Ferse zermalmen."
Zu der Frau sprach er: "ICH werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen."
Und zum Mann, der seiner Frau vertraut hatte und daß gegessen, was sie ihm gebracht hatte sprach Gott: "Weil du dich MEINEN Willen widersetzt, MEIN Gebot gebrochen und von der verbotenen Frucht gegessen hast verfluche ICH den Erdboden um deinetwillen. Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst Kraut des Felsens essen! Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen bist du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren."

   Der Frau erklärte Gott: "Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft sehr vermehren, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären, damit du mehr Respekt vorm Leben bekommst. Hierdurch wirst du eng mit dem Kind verbunden sein, doch dann wird es sich von dir loslösen und eigenständig werden und du wirst selber erleben, wie es ist, wenn einem Mißtrauen entgegen gebracht wird, von jemanden, dem man das Leben geschenkt hat. Und weil du das Vertrauen deines Mannes mißbraucht hast sollst du dich ihm unterordnen."
Dem Mann erklärte er: "Weil du versucht hast die Schuld auf deine Frau abzuwälzen sollst du künftig für sie die Verantwortung übernehmen. Und da du für die Herkunft der Nahrung nur Deßintresse übrig hattest sei der Erdboden um deinetwillen verflucht. Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst Kraut des Felsens essen! Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen bist du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm seit ihr genommen." An beide gewannt fuhr er fort: "Denn Staub seit ihr und zum Staub werdet ihr zurückkehren. Doch dann werde ich euch wiedererwecken, und dann wird sich zeigen ob ihr mir vertraut!"

Nachdem Gott seinen Fluch vollendet hatte schmiß er die Menschen aus dem Garten raus. Von nun an mußten die Menschen in einer Welt voller Gefahren, Leid und Angst leben. In einer Welt in der die Erde bebt, Berge Feuer spucken, die Sonne brennt und die Kälte beißt, der Wind stürmt und Gewässer reissen und in einer Welt in der sowohl die Erde als auch das Wasser und der Schnee einen zu begraben drohen.

   Gott führte Adam und dessen Frau, die nun Eva genannt wurde, aus den Garten Eden hinaus. Doch anders als im Garten ließ Gott den Menschen in der Welt, die vom Feind regiert wurde nicht allein. Auch wenn er nicht sichtbar ist, so ist er seit dem immer bei den Menschen und sorgt für sie, sofern sie ihn lassen. Auf verschiedene Weisen versucht er den Menschen beizubringen, was gut und was schlecht für ihn ist und er versucht ihnen zu zeigen, daß er der einzige wahre Gott ist von dem man Hilfe erwarten kann und soll. Durch Jesus Christus, der schuldlos am Kreuz für jeden Menschen starb, hat er gezeigt, daß er die Verantwortung für die gesamte Schuld jedes einzelnen Menschen übernimmt.

Und Gott zwang den Menschen immer neue Regeln und Gebote auf, so wie er es gerade wollte.    Noch immer versucht der Feind dies zu verschleiern und Gut und Böse zu verdrehen, als hätte er noch nicht erkannt, daß er schon längst verloren hat.


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Die orginal Erzählung steht im 1. Mose 1,1 - 3,24.